Grenzerfahrung für die Völkerverständigung
100-Kilometer-Gedenkmarsch der IG Heimatforschung erfolgreich abgeschlossen
WALDSEE, RP / HATTEN, FR , Juni 2026 – Unter dem bewegenden Motto „Gedenken über Grenzen hinweg“ fand vom 5. bis 7. Juni 2026 der zweite „100 KM LONG DISTANCE EVADER“ als Grenzerfahrung für die Völkerverständigung statt. Anlässlich des Gedenkens an das Ende des Zweiten Weltkriegs setzten Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen Nationen ein beeindruckendes Zeichen für Frieden und internationale Verständigung.
Ein Marsch gegen das Vergessen
Die IG Heimatforschung Rheinland-Pfalz initiierte diesen besonderen Erinnerungsmarsch, bereits zum zweiten Male um aller Opfer des Zweiten Weltkriegs zu gedenken – unabhängig von ihrer Nationalität oder Zugehörigkeit. Das gewählte Datum um den 6. Juni erinnert dabei bewusst an den historischen „D-Day“ von 1944.
Der Marsch stellt sicher, dass das Leid der Vergangenheit nicht in Vergessenheit gerät. Die Menschen, die damals ihr Leben verloren, waren Ehemänner, Söhne und Väter – aber auch unzählige Frauen und Kinder mussten die Schrecken des Krieges durchleiden. Viele gaben ihr Leben, damit wir heute in Freiheit leben können. Dabei versteht sich die Veranstaltung ausdrücklich nicht als moralischer Fingerzeig auf die eine oder andere Seite. Jede Nation hatte Opfer zu beklagen, und fast alle handelten im damaligen Glauben, das Richtige zu tun. Ihr Schicksal darf nicht vergessen werden.
Die Herausforderung: 100 Kilometer unter Extrembedingungen
Der Gedenkmarsch ist keine klassische Volkswanderung, sondern stellte die Teilnehmenden vor extreme Herausforderungen. Das Event simulierte ein historisches Szenario aus dem Jahr 1945: Ein fiktiver Fallschirmabsprung gerät hinter die feindlichen Linien.
Auftrag somit: Das sogenannte „Durchschlagen“ über 100 Kilometer innerhalb von 24 Std. nach Süden bis zur französischen Grenze und den eigenen Linien.
Um an die physischen und psychischen Höchstleistungen der damaligen Soldaten zu erinnern, war der Marsch in eine militärische Lage eingebettet. Er wurde durch verschiedene einsatztaktische Aufgaben an Stationen auf deutscher und französischer Seite flankiert.
Um die Authentizität der Gesamtlage zu gewährleisten, unterstützen hier entsprechende Reenactor-Gruppen mit großem Engagement.
Die Reservisten des RAG Lagendarsteller übernahmen, in kooperativem Schulterschluss mit dem Reservisten-Ausbildungs-Zug RHEIN-SIEG (RAZ) einen Teil der zu besetzenden Kontrollpunkte inkl. der Lageeinspielungen.
Die Bedingungen waren eine echte Herausforderung:
- 100 Km in max 24 Std.
- Start nur mit pers. Wasserreserven, sowie pers. Notrationen von max. 500 gr.
- Navigation ausschließlich per App und Kompass
- Die Bewältigung von zusätzlichen Aufgaben (Gewässerquerungen via Boot und Seilstege, Erkennen, Ausweichen + Umgehen von Sperren, Verwundetentransport, etc.)
Auch wenn der Körper bereits vernehmlich „tu das nicht“ mahnte, setzte sich zumeist doch der eiserner Wille getreu dem Motto: „Aufgeben gehört nicht zu Deinen Optionen“; bei den meisten der Teilnehmer durch!
Voraussetzung waren hier maximale körperliche Belastbarkeit und ein „eiserner“ Wille. Alleine die Marschleistung forderte den ca. 100 gemeldeten Teilnehmern alles ab – Schweiß, Blasen und Tränen inklusive. Am Ende stand jedoch das gemeinsame, grenzübergreifende Erreichen des Ziels im Dienste der Erinnerungskultur.
„Keine Frage, für uns ist es eine Ehrensache, Erik Wieman und die IG Heimatforschung zu unterstützen“, so die beiden Vorsitzenden, der Reservistenvereinigungen RAG Lagendarsteller RHEIN-ERFT und des RAZ RHEIN-SIEG
Dass dieser Marsch eine echte Herausforderung war, zeigte sich daran, dass nicht alle Teilnehmenden das Ziel erreichten. Gleichzeitig hatte die Sicherheit oberste Priorität. Versierte Sanitäter und Ärzte standen bereit, um bei Bedarf sofort eingreifen zu können. Wasser und energetische Naturalien waren an den Kontroll-Punkten selbstverständlich verfügbar.
Am Ende blieb es jedoch bei den typischen kleineren Blessuren, wie sie bei Märschen üblich sind.
Über die IG Heimatforschung:
Erik Wieman, der Initiator und geistige Vater der Veranstaltung erläutert auf Befragung zur IG Heimatforschung wie folgt:
„Die Interessengemeinschaft widmet sich der Aufarbeitung der regionalen Geschichte und der Förderung der Völkerverständigung durch eine aktive und lebendige Erinnerungskultur. Die Startgebühren kommen in diesem Sinne zu gleichen Teilen dem Volksbund Deutsche Kiegsgräberfürsorge und der British Legion Charity zugute“.
Rahmenprogramm
Das Rahmenprogramm wurde eingeleitet durch die offizielle Begrüßung der Teilnehmer durch Herrn Erik Wiemann sowie den örtlichen Honoratioren. Darauf folgte einer Schweigeminute zum Gedenken aller Opfer und dem Freisetzen von Friedenstauben. Fallschirmabsprünge, Überflüge historischer Flugzeuge, sogenannter „Warbirds“, sowie eine Ausstellung historischer Fahrzeuge rundeten das Rahmenprogramm ab. Musikalisch begleitet wurden der imposante Auftakt durch Pipe-Major Mac Kenzie. Den krönenden Abschluss des Events bildeten im Ziel die Siegerehrung, eine Vorführung der Reenactment-Grp und ein geselliges Beisammensein, inkl. Spezialitäten vom Grill und Getränken, zum Austausch von Erlebnissen und Erfahrungen.
Ausblick 2027: Die „3rd Edition“ wirft ihre Schatten voraus
Nach den Erfolgen der letzten Veranstaltungen plant die IG Heimatforschung bereits eine Fortführung im Jahr 2027. Teilnehmer und Unterstützer sind herzlich Willkommen.







