Memorial Day 2026 Mahnung und Gedenken an die Opfer des Krieges
Memorial Day 2026 erinnert an den Absturz einer Halifax
Bad Dürkheim, 01. August 2026 – Ein bewegendes Zeichen des Gedenkens und der internationalen Versöhnung: Unter großer Anteilnahme hochrangiger militärischer und ziviler Gäste fand im Rahmen des Memorial Day 2026 eine feierliche Gedenkstein-Enthüllung statt. Die Veranstaltung wird jährlich von Erik Wieman (IG Heimatforschung) initiiert. Jedes Jahr steht das Schicksal einer anderen abgestürzten Flugzeugbesatzung im Mittelpunkt, deren Absturzstelle im Vorfeld lokalisiert und deren Geschichte akribisch recherchiert wird. Tatkräftige Unterstützung erhielt das Projekt durch Oberfeldwebel d.R. Bordych, die RAG-Lagerdarstellung sowie Stabsunteroffizier d.R. Olaf Kortenhoff vom Reservistenausbildungszug und die Reservisten dieser Kameradschaften weiter Kameraden aus der Region und Kameraden der Bundespolizei.
Das Schicksal der NA670 LK-L
Es war der späte Nachmittag des 21. Februar 1945, als um 16:43 Uhr auf dem Militärflugplatz Burn in Yorkshire (Großbritannien) ein viermotoriger Bomber der Royal Air Force (RAF) abhob. Das Ziel der Besatzung der Halifax III (Kennung NA670 LK-L, 578. Staffel): die strategisch wichtigen Bahnanlagen und Industriegebiete im rheinland-pfälzischen Worms.
Nur wenige Stunden später wurde die Maschine über der Pfalz von einem deutschen Nachtjäger des Typs Ju 88 attackiert. Nach einem zweiten, fatalen Angriff stürzte der Bomber in den Wäldern nahe Bad Dürkheim-Hardenburg ab. Für sechs der sieben Besatzungsmitglieder gab es keine Rettung. Nur ein einziger Soldat überlebte die Katastrophe wie durch ein Wunder und geriet in Gefangenschaft.
Geschichte ein Gesicht geben
Dass das Schicksal dieser jungen Männer nicht in Vergessenheit gerät, ist vor allem dem unermüdlichen Einsatz von Erik Wieman von der IG Heimatforschung zu verdanken. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die historischen Ereignisse rund um Flugzeugabstürze in der Region aufzuarbeiten. Dafür studiert er Archivakten, sucht weltweit nach Angehörigen der Opfer und stellt Kontakte zu offiziellen Stellen her.
„Es geht uns darum, die Geschichten hinter den nackten Zahlen des Krieges zu erzählen. Wir wollen den Männern, die hier fernab ihrer Heimat ihr Leben ließen, ein Gesicht geben und ein Zeichen für den Frieden setzen“, so Olaf Kortenhoff über seine Motivation zur Unterstützung des Memorial Days.



Internationale Gäste und würdiger Rahmen
Dank der gründlichen Vorbereitung durch die IG Heimatforschung und der organisatorischen Unterstützung der Reservisten konnte eine hochkarätig besetzte Gedenkfeier realisiert werden. Neben zahlreichen Gästen aus der Region wohnten unter anderem die Militärattachés von Australien und Großbritannien sowie der Kommandeur des Landeskommandos Rheinland-Pfalz, Oberst Trautermann, der Zeremonie bei. Besonders emotional: Auch Angehörige der damals tödlich verunglückten Besatzungsmitglieder reisten an, um der Enthüllung beizuwohnen.
Die Reservisten steuerten und sicherten die Veranstaltung ab. Zudem bauten sie einen Informationspunkt auf, an dem zahlreiche Passanten über die historischen Geschehnisse informiert wurden. In einem feierlichen Festakt enthüllte man den neuen Gedenkstein, an dem die Reservisten die Ehrenwache stellten. Begleitet von militärischen Ehren und im Beisein der internationalen Delegationen wurde der Gefallenen gedacht – ein starkes, generationenübergreifendes Symbol der Aussöhnung zwischen den einstigen Gegnern.
Als schließlich das Signalstück „The Last Post“ erklang und der Dudelsack spielte, flossen bei vielen Anwesenden die Tränen. Die Gedanken galten den jungen Männern, die einst ihr Leben gaben. Umrahmt wurde die Gedenkveranstaltung durch das symbolische Aufsteigen von Friedenstauben, einen Ehrenabsprung von Fallschirmspringern, einen Ehrenüberflug sowie die Begleitung durch historische Fahrzeuge und Kameraden in zeitgenössischen Uniformen.
Oberst Trautermann sprach den Reservisten seinen Dank und seine Anerkennung für den gelungenen Einsatz aus. Auch Initiator Erik Wieman dankte den Reservisten für die wertvolle Unterstützung und blickt bereits voller Vorfreude auf das nächste gemeinsame Projekt.



Links:
https://www.ig-heimatforschung.de
https://www.ig-heimatforschung.de/luftkrieg/halifax-na670-bad-d%C3%BCrkheim
https://www.ig-heimatforschung.de/projekte-allg/world-war-ii-memorial-project
In eigener Sache:
Bei diesem Projekt zeigt sich, dass selbstgezogene Grenzen die eigene Organisationsentwicklung behindern. An dieser Veranstaltung nehmen so viele Vereine und Organisationen teil, die immer wieder zusammenfinden und das Projekt fördern, ohne dabei auf ihre eigenen Interessen zu schauen. Für jeden, der hier eingebunden ist, ist es eine Ehre, dabei zu sein und eine Aufgabe zu erfüllen. Der Kopf bleibt Erik, aber er schätzt die Arbeit derer, die die Veranstaltung zu dem machen, was sie ist. Das Gleiche gilt für den Kommandeur des Landeskommandos Rheinland-Pfalz (Kdr LKdo RP), der – genau wie Erik – jedem Einzelnen mehr als einmal seinen Dank ausgesprochen hat. Die schönste Belohnung ist es, wenn die Angehörigen der jungen Menschen, die hier den Tod fanden, mit feuchten Augen dem Last Post lauschen.
