80 Kilometer gegen den inneren Schweinehund:
Reservisten bestehen Härtetest im Teutoburger Wald
HÖRSTEL-RIESENBECK |
08.02.2026 – Es ist dieser eine Moment, in dem der Körper streikt und nur noch die Gruppe einen weiterträgt. Rund 80 Reservisten der Bundeswehr sowie Einsatzkräfte von Polizei und Technischem Hilfswerk (THW) bewiesen am vergangenen Wochenende (07.–08.02.2026) beim Militärwettkampf „Teutoburger Durchschlageübung“, was Durchhaltevermögen und Kameradschaft wirklich bedeuten. Der 80 Kilometer lange Marsch durch den Teutoburger Wald ist eine jährliche Herausforderung, der sich viele Teilnehmer bereits zum wiederholten Male stellten.
Teamgeist aus dem Rhein-Sieg-Kreis
Unter den Teilnehmern befand sich auch ein Mitglied des Ausbildungszuges Rhein-Sieg (RAZ). Die gemischte Truppe trat an, um sich gemeinsam durch den harten Wettkampf zu beißen – mit Erfolg. Trotz extremer Belastung bewies das Team beeindruckenden Zusammenhalt.
„Jeder hat mal einen schwachen Moment. Dann ist die Mannschaft gefordert, den Kameraden wieder zu motivieren“, erklärt Alexander Fontayne vom Ausbildungszug. „Wir kennen uns schon lange und wissen genau, wie wir den Einzelnen wieder aufbauen können. Das macht das Team aus.“
Eisbad im Dortmund-Ems-Kanal
Die „Durchschlageübung“ verlangte den Teilnehmern alles ab. Nahezu ohne Pausen bewegten sich die Gruppen durch das unwegsame Gelände. Ein besonderes Hindernis: die Durchquerung des Dortmund-Ems-Kanals. Die Wasserstraße musste bei einer Wassertemperatur von gerade einmal 3 °C durchschwommen werden – eine enorme physische und mentale Belastung.
Militärische Herausforderungen und moderne Technik
Der Marsch war gespickt mit anspruchsvollen Stationen, die herausfordernde Szenarien abbildeten darunter:
Tarnung & Aufklärung: Das Gelände musste durchquert werden, ohne von kreisenden Aufklärungsdrohnen entdeckt zu werden – eine fast unlösbare Aufgabe, die jedoch den modernen militärischen Rahmenbedingungen entspricht.
Hindernisse: Neben der Gewässerüberquerung gehörte auch das Abseilen von einer Klippe zum Programm.
Bergung & Erste Hilfe: Im Hindernisparcours mussten schwere Dummys geborgen werden. „So wissen die Kameraden, dass sie im Notfall aufeinander zählen können“, hieß es vor Ort.
Stressresistenz: Unter Leitung der Feuerwehr wurde ein Unfallszenario simuliert, bei dem Verletzte aus Wracks gerettet und reanimiert werden mussten.
Positives Echo aus der Bevölkerung
Beeindruckt zeigten sich die Organisatoren von der Resonanz der Bürger. In Zeiten, in denen die Verteidigungsbereitschaft wieder stärker in den Fokus rückt, erlebten die Teilnehmer viel Zuspruch. Neben der logistischen Unterstützung durch das DRK und den Schützenverein Riesenbeck kam es am Wegesrand immer wieder zu konstruktiven Gesprächen über die Rolle der Reserve in der heutigen Gesellschaft.
Ein verdienter 3. Platz
Am Sonntagvormittag war die Erschöpfung in der Turnhalle in Hörstel-Riesenbeck greifbar. Dicke Blasen an den Füßen und tiefe Augenringe prägten das Bild, doch die Stimmung war hervorragend. Die Mannschaft des RAZ sicherte sich einen starken 3. Platz in der Gesamtwertung und sogar den ersten Platz in „Milliary Fitness“
„Diesen Erfolg haben wir der Tatsache zu verdanken, dass wir uns kennen und blind vertrauen“, resümierte das Team stolz.



