Am 21. Februar schlossen die Kameraden eine intensive Ausbildungswoche mit einer Ausbildung Doppelfernrohr, Entfernungsermittlung und Zielansprache ab. Im Zentrum stand dabei vor allem die Befähigung der Teilnehmer, dieses Wissen künftig selbst als Multiplikatoren weiterzugeben.
21. Februar 2026 – Ein Soldat, der sein Ziel nicht genau verorten kann, verliert im Gefecht den entscheidenden Vorteil. Unter diesem Leitsatz stand der heutige Ausbildungstag, der die Teilnehmer tief in die Welt der Militäroptik führte. Von den physikalischen Grundlagen bis zur praktischen Anwendung im Gelände wurde das Doppelfernrohr in all seinen Facetten beleuchtet.
Von der Historie zur Hochleistungstechnik
Die Ausbildung begann mit einem Blick unter das Gehäuse. Bevor es in die Praxis ging, vermittelten die Ausbilder die technologische Entwicklung und die physikalischen Funktionsweisen moderner Ferngläser. Das Verständnis für Lichtstärken, Vergrößerungsfaktoren und den internen Aufbau ist essenziell, um das Gerät unter verschiedensten Sichtbedingungen – ob Dämmerung oder gleißendes Sonnenlicht – optimal zu nutzen.
Die Kunst der Strichplatte
Das Herzstück der militärischen Optik ist die Strichplatte. Während Laien das Fernglas lediglich zum „Bessersehen“ nutzen, ist es für den Soldaten ein Präzisionsinstrument zur Vermessung des Raumes.
- Entfernungsmessung: Durch die Anwendung mathematischer Formeln in Kombination mit der Strichplatte lernten die Teilnehmer, Distanzen auf Basis bekannter Objekthöhen oder -breiten exakt zu berechnen.
- Behelfsmäßige Methoden: Für den Ernstfall, in dem keine Optik zur Verfügung steht, wurde das „optische Handwerkszeug“ vermittelt. Methoden wie der Daumensprung bewiesen eindrucksvoll, dass ein geschulter Soldat allein durch die Kenntnis von Zieldimensionen und körpereigenen Bezugspunkten verlässliche Schätzwerte liefern kann.
Theorie trifft Praxis: Das EREZA-Schema
Wissen ist im Gefecht nur dann wertvoll, wenn es schnell und präzise kommuniziert wird. Daher wurde die Entfernungsschätzung direkt in die Zielansprache nach dem EREZA-Schema integriert:
| Buchstabe | Bedeutung | Anwendung in der Übung |
| E | Einheit | Wer soll das Feuer eröffnen oder beobachten? |
| R | Richtung | Wo befindet sich das Ziel (z.B. Uhrzeiger-Methode)? |
| E | Entfernung | Wie weit ist das Ziel entfernt (ermittelt durch DF oder Schätzung)? |
| Z | Zielobjekt | Was genau ist zu sehen (z.B. „Schützenpanzer in Waldrand“)? |
| A | Ausführung | Welcher Befehl folgt (z.B. „Beobachten“, „Feuer frei“)? |
Ausbildung der Ausbilder
Ein besonderer Fokus lag auf der didaktischen Tiefe. Das Ziel des Tages war nicht nur die bloße Anwendung, sondern die Befähigung zur Wissensweitergabe. Die Teilnehmer wurden so geschult, dass sie in der Lage sind, dieselbe Ausbildung in ihren eigenen Teileinheiten auf hohem Niveau durchzuführen.
Im abschließenden praktischen Teil im Gelände mussten die Kameraden unter Beweis stellen, dass sie das Erlernte beherrschen. Es wurden Entfernungen geschätzt, Strichplattenwerte berechnet und präzise Zielansprachen abgesetzt. Das Resümee der Ausbilder fiel durchweg positiv aus: Die Professionalität und das technische Verständnis der Truppe bilden ein solides Fundament für kommende Aufgaben.
