36. Internationaler Militärwettkampf „Polarstern 2026“
Härtetest in der Wahner Heide
In der Nacht vom 13. auf den 14. März 2026 stellten sich 22 Mannschaften dem 36. Internationalen Militärwettkampf „Polarstern“. Auf dem Standortübungsplatz Wahner Heide erwartete die Teilnehmer eine rund 20 Kilometer lange Strecke, gesäumt von anspruchsvollen Stationen, die unter anderem in Zusammenarbeit mit zivilen Organisationen betrieben wurden.
Komplexe Doppelstation des Reservistenausbildungszugs
Ein zentraler Bestandteil des Wettkampfes war die vom Reservistenausbildungszug (RAZ) in Kooperation mit der RAG Lagedarstellung Rhein-Erft gestaltete Doppelstation. Unter der Leitung von Stabsunteroffizier d.R. Olaf Kortenhoff übernahm der Zug die eigenständige Planung und Durchführung dieses anspruchsvollen Abschnitts.
Trotz widrigster Bedingungen – seit dem Mittag des 13. März regnete es bei Temperaturen um 3 Grad ununterbrochen – baute der Ausbildungstrupp die Stationen mit hoher Motivation auf. Der Startschuss für die Dreier-Teams fiel gegen 21:00 Uhr; bis 06:00 Uhr am Folgemorgen hatten sie Zeit, die Strecke und die damit verbundenen Aufgaben zu bewältigen.
Das Szenario: Stress, Technik und Sanitätsdienst
Das Szenario der Doppelstation forderte den Teilnehmern alles ab: Ein Posten hatte den Funkkontakt zum Gefechtsstand verloren, musste jedoch eine dringende Meldung übermitteln. Die Wettkämpfer agierten als Entstörtrupp und mussten folgende Phasen meistern:
Fernmeldedienst: Überprüfung der Verbindung, Fehlersuche an Geräten und Leitungen sowie formeller Funkverkehr unter Stress.
Orientierung: Ermittlung der Position des Gefechtsstandes mittels Karte, Kompass und der Kombination aus Marschkompasszahl (MKZ) und Entfernung.
Gefechtsdienst: Während des Folgens eines Feldkabels stießen die Teams auf eine Sprengfalle (IED) und gerieten unter Beschuss.
Sanitätsdienst: Bergung und Versorgung eines verwundeten Kameraden unter Feuer sowie das Absetzen eines korrekten 9-Liner MEDEVAC-Requests.
Meldewesen: Abschließende Übermittlung komplexer Meldungen (Störmeldung, Feindkontakt, IED-Fund) per Funk – teils verschleiert, teils offen – unter extremer Erschöpfung.
Licht und Schatten bei den Leistungen
Die Auswertung der Ergebnisse zeichnete ein heterogenes Bild. Während das Funktionspersonal das durchweg kameradschaftliche Auftreten lobte, offenbarten sich fachliche Lücken. Insbesondere bei der Kernkompetenz Orientierung gab es Mängel: Viele Mannschaften scheiterten daran, Punkte mittels MKZ präzise anzulaufen. Positiv überraschten hingegen einige Teilnehmer durch tiefes technisches Verständnis bei der Instandsetzung von Fernmeldeverbindungen.
Abschluss und Fazit der Leitung
Am Mittag des 14. März fand das abschließende Antreten mit Siegerehrung statt. Oberstleutnant Tschakert (dienstaufsichtführend) und der Leitende des Polarstern 2026, Oberstleutnant Axel Wild, dankten den Teilnehmern in herzlichen und informativen Ansprachen für ihren Einsatz unter den harten Wetterbedingungen.
„Für uns ist es entscheidend, solche Veranstaltungen autark durchführen zu können. So beüben wir die Planung und Bewältigung komplexer Lagen von Grund auf“, resümierte Olaf Kortenhoff. „In diesem Jahr lag der Fokus zudem darauf, Führungspersonal heranzuziehen. Kameraden erhielten Verantwortung für eigene Abschnitte. Meine Erwartungen wurden hier zu 100 Prozent erfüllt.“
Trotz Regen und Kälte blieb die Moral auf einem hohen Niveau. Nach einer kurzen Erholungsphase stehen nun die Nachbereitung, der technische Dienst und bereits die Planung der nächsten Ausbildung an.
Leider durften aus Sicherheitsgründen keine Fotogemacht werden

