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Denken – Drücken  – Sprechen

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Denken – Drücken  – Sprechen

Reservisten trainieren militärischen Sprechfunk

18. April 2026 In einer Welt der digitalen Sofortnachrichten wirkt der militärische Sprechfunk fast wie eine fremde Sprache. Doch hinter den strengen Regeln und den oft eigenwillig klingenden Begriffen wie „Bravo“ oder „Zwo“ steckt ein überlebenswichtiger Zweck: Die fehlerfreie Kommunikation unter extremen Bedingungen. Um diese Fähigkeiten zu festigen, führte der Reservistenausbildungszug (RAZ) am 19. April eine intensive Schulung zum Thema „Formaler Sprechfunk im Heer“ durch.

Im taktischen Funkverkehr ist kein Platz für „Guten Tag“ oder „Danke“. Jede Sekunde Sendezeit ist kostbar. Der militärische Funk folgt dem strengen “D-D-S-Prinzip”: Erst denken, dann die Sendetaste drücken, kurz schlucken (um den Anfang der Übertragung nicht abzuschneiden) und dann diszipliniert sprechen.

Präzision statt Freundlichkeit

„Der formale Sprechfunk dient dazu, Informationen selbst unter widrigsten Umständen fokussiert zu übertragen“, erklärt Olaf Kortenhoff vom Reservistenausbildungszug. „Die Betriebsverfahren müssen in Fleisch und Blut übergehen. Wer erst darüber nachdenken muss, was das Gegenüber mit einer Floskel meint, verliert wertvolle Sekunden, die im Ernstfall entscheidend sind.“

Für einige Reservisten ist dabei eine Herausforderung „Zivile“ Gewohnheiten abzulegen.

Besonders für Reservisten, die sich oft auch in Organisationen wie dem DRK oder dem THW engagieren, ist das Training wichtig. Hier vermischen sich häufig zivile Funkgewohnheiten mit militärischen Standards. Ein klassisches Beispiel dafür ist die im Militär falsche Antwort „Funkstelle hört“ – eine Floskel, die sich hartnäckig hält, aber nicht der offiziellen Norm im Heer entspricht.

Während der Ausbildung wurden nach der Theorie verschiedene Szenarien durchgespielt – von der einfachen Lagemeldung bis zur komplexen Anforderung von Unterstützung und Aufklärungsergebnissen.

Die Teilnehmer mussten feststellen, dass die theoretisch simple Umsetzung unter Stress deutlich anspruchsvoller wird. Getreu dem Motto „Nur Übung macht den Meister“ ist eine reine Funkübung die logische Konsequenz. Diese richtet sich gezielt an die Kameraden, die am heutigen Tag die notwendigen Grundlagen erworben haben.

Reservisten Ausbildungszug Rhein Sieg
Reservisten Ausbildungszug Rhein Sieg
Reservisten Ausbildungszug Rhein Sieg
Reservisten Ausbildungszug Rhein Sieg

Taschenkarte Sprechfunk im Heer

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