Reservisten lehren den Ernstfall mit erfahrenen Einsatzkräften
DÜREN – „Nichts tun ist immer falsch.“ Dieser Leitsatz prägte den intensiven Ausbildungstag am 11. April in Düren, an dem u.a. Reservisten des Reservistenausbildungszugs unter der Anleitung erfahrener Einsatzkräfte ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse vertieften. Unter dem Motto „Voneinander lernen“ stand nicht die graue Theorie, sondern die Praxis des Rettungsalltags im Vordergrund.
Realitätsnahe Szenarien statt trockener Theorie
Nach einem kurzen Intro zu den Grundlagen der Ersten Hilfe tauchten die Teilnehmer direkt in komplexe, realitätsnahe Szenarien ein. Die Ausbildung, die den gesamten Tag in Anspruch nahm, forderte die Reservisten und Teilnhmer heraus: Von der Versorgung stark blutender Wunden bis hin zu lebensrettenden Sofortmaßnahmen wurden Situationen simuliert, wie sie sich täglich im öffentlichen Raum abspielen können.
Besonders wertvoll wren dabei die Einsatzerfahrung der Ausbilder, die eigens für diesen Termin aus Bayern angereist waren. Durch Berichte aus ihrem echten Dienstalltag verliehen sie den Übungen eine Tiefe und Authentizität, die über herkömmliche Sanitätskurse hinausgeht.
Führungserfahrung trifft auf Praxisroutine
Olaf Kortenhoff vom Reservistenausbildungszug zog ein positives Fazit:
„Viele Handgriffe kennen wir aus unserer militärischen Sanitätsausbildung. Aber je öfter man diese üb
t, desto sicherer wird man in komplexen Situationen. Im Vergleich zu Zivilisten bringen wir zwar Managementqualitäten mit, doch die Expertise von Kameraden, die täglich im Einsatz stehen, ist unersetzlich.“
Kortenhoff betonte zudem, dass die Ausbildung über die rein militärischen Inhalte hinausging und neue Perspektiven auf die Erstversorgung im zivilen Umfeld eröffnete. Gleichzeitig zeigten sich viele Schnittmengen zu den bekannten „Einsatzersthelfer“-Szenarien der Bundeswehr.
Ein Netzwerk des Wissens
Der Austausch mit anderen Blaulicht-Organisationen ist fester Bestandteil der Arbeit des Ausbildungszugs. Nachdem im vergangenen Jahr bereits eine Kooperation mit einer Rettungshundestaffel stattfand, setzte die aktuelle Ausbildung durch die erfahrenen Einsatzkräfte neue Impulse.
Die wichtigsten Erkenntnisse des Tages: Praxis festigt Sicherheit: Regelmäßige Wiederholung schützt vor Fehlern unter Stress. Zivil-militärische Synergie: Beide Seiten profitieren vom Erfahrungsschatz des jeweils anderen. Handeln ist Pflicht: Am Unfallort ist Untätigkeit der einzige fatale Fehler.
Der Tag klang in einem gemütlichen Austausch aus, bei dem schnell klar wurde: Ob im militärischen oder zivilen Dienst – die Herausforderungen und Probleme im Einsatz sind oft dieselben. Aufgrund des großen Erfolgs planen die Verantwortlichen bereits eine Fortsetzung und gegebenenfalls einen weiteren Ausbau des gemeinsamen Programms.
Übungsszenarien im Überblick: Das Training forderte die Einsatzkräfte mit einer Vielzahl realistischer Notfallsituationen heraus. Zu den simulierten Szenarien gehörten u.a.:
Veranstaltungsnotfall: Versorgung einer stark blutenden Wunde inmitten eines Event-Settings.
Gewaltdelikt: Medizinische Erstversorgung nach einer Messerstecherei unter Berücksichtigung der Eigensicherung, da der Täter noch flüchtig war.
Gartenunfall: Fachgerechte Ersthilfe bei einer Amputationsverletzung.
Akute Lebensgefahr: Rettungsmaßnahmen bei einer Person mit vollständiger Atemwegsverlegung.
Schießunfall: Behandlung einer komplexen Augenverletzung unter erschwerten Bedingungen durch störende Passanten.



