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Der 3. Oktober: Ein Tag der Freiheit, des Wandels und des Zusammenwachsens

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Der 3. Oktober: Ein Tag der Freiheit, des Wandels und des Zusammenwachsens

Der 3. Oktober ist der Tag der Deutschen Einheit – der Nationalfeiertag Deutschlands. Er erinnert an ein historisches Ereignis, das die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts maßgeblich geprägt hat: eine Revolution ohne Blutvergießen und das offizielle Wirksamwerden der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990.

40 Jahre bis zur Einheit

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Beginn des Kalten Krieges wurde Deutschland gespalten: in die Bundesrepublik Deutschland (BRD) im Westen und die Deutsche Demokratische Republik (DDR) im Osten. Über vier Jahrzehnte lang trennte der Eiserne Vorhang nicht nur zwei gegensätzliche politische Systeme, sondern auch Familien, Freunde und ein ganzes Volk.

In dieser langen Zeit der Entfremdung rückte mancher im Westen gedanklich näher an die westlichen Nachbarn wie die Niederländer als an die Landsleute im Osten – und vielen Menschen in der DDR ging es umgekehrt mit ihren östlichen Nachbarn nicht anders.

Besonders drastisch war dieser Gegensatz für die Soldaten der Bundeswehr und der NVA: Der hypothetische Gegner auf der anderen Seite der Grenze, dem man jahrzehntelang im Geiste einer drohenden nuklearen Konfrontation gegenüberstand, wurde von einem Tag auf den anderen zum Kameraden.

Friedliche Revolution

Im Herbst 1989 brachte die Friedliche Revolution in der DDR das SED-Regime schließlich zum Einsturz. Mit bemerkenswertem Mut und dem historischen Ruf „Wir sind das Volk!“ gingen Hunderttausende Bürgerinnen und Bürger auf die Straße. Der Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 markierte den entscheidenden Wendepunkt.

Selbst wer sich schwer damit tut, auf historische Persönlichkeiten wie Goethe, Schiller oder Luther stolz zu sein oder auf die politische Aufbauleistung der beiden Nachkriegsstaaten, kann auf eines gewiss stolz sein: auf diese Revolution, die ausschließlich mit friedlichen Mitteln erkämpft wurde.

3. Oktober ?

Die Mauer fiel bekanntlich am 9. November 1989. Warum wird die Einheit dann am 3. Oktober gefeiert?

Am 3. Oktober 1990 trat der Einigungsvertrag offiziell in Kraft. An diesem Tag traten die fünf neuen Bundesländer – Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen – der Bundesrepublik Deutschland bei. Aus dem Tag des Mauerfalls wurde aufgrund der historischen Belastung des 9. Novembers (u. a. durch die Pogromnacht von 1938) kein Nationalfeiertag; der 3. Oktober wurde zum juristischen und symbolischen Tag der Vollendung.

Vergessen wir dabei nicht: Auch nach dem offiziellen Beitritt verlief die Entwicklung nicht ohne Reibungen. Das echte Zusammenwachsen von Ost und West war und ist ein langer, noch anhaltender Prozess. Ungleichheiten, Missverständnisse und anfängliches Misstrauen prägten die ersten Jahrzehnte.

Doch weil beide Seiten auf dem Fundament gemeinsamer Grundwerte stehen, hat dieser Prozess bereits erstaunliche Fortschritte gebracht.

Der 3. Oktober ist daher mehr als nur ein Rückblick auf ein historisches Datum. Er ist ein Impuls für den anhaltenden Dialog über unseren inneren Zusammenhalt, über wirtschaftliche und soziale Herausforderungen sowie über das gemeinsame Gestalten einer zukunftsfähigen Gesellschaft in einem vereinten Europa.

Wir dürfen mit Stolz auf den Weg blicken, den wir gemeinsam gegangen sind. Trotz aller Hürden, Probleme und Zweifel sind wir ein Volk zu einem Staat geworden.