Führung in der Luftwaffenkaserne Köln-Wahn
Trotz trüber Wetterverhältnisse und dunkler Regenwolken ließen sich zahlreiche Interessierte nicht davon abhalten, an der Kasernenführung in der Luftwaffenkaserne Köln-Wahn teilzunehmen. Am Sonntag, dem 21. September , versammelten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Haupttor der Kaserne – ausgestattet mit Regenschirmen, wetterfester Kleidung und vor allem großem Interesse an der bewegten Geschichte dieses besonderen Standorts.
Nach der Begrüßung hatte der Wettergott ein Einsehen, sodass die Führung trockenem Fußes stattfinden konnte.
Einladung des Partnerschaftsverein Siegburg
Eingeladen hatte der Partnerschaftsverein der Stadt Siegburg, der damit einen spannenden Blick hinter die Kulissen einer militärischen Einrichtung ermöglichte, die sonst für die Öffentlichkeit weitgehend verschlossen bleibt.
Durch das Gelände führten Dr. Ulrich Burger vom Arbeitskreis für Standortgeschichte Köln-Wahn, sowie Olaf Kortenhoff vom Reservistenausbildungszug.
Eine Kaserne Erzählt Geschichte
Dr. Ulrich Burger erläuterte nicht nur die bauliche Entwicklung und militärische Nutzung der Kaserne im Wandel der Zeit, sondern vermittelte auch zahlreiche Anekdoten, Bildern, Hintergrundinformationen und Geschichten – zur Vergangenheit der Kaserne ebenso wie zur gesellschaftlichen Entwicklung, die sich darin widerspiegelt.
Die Luftwaffenkaserne Köln-Wahn bietet seit ihrer Entstehung Anfang des 19. Jahrhunderts einen faszinierenden Spiegel sowohl gesellschaftlicher als auch militärischer Entwicklungen. Zahlreiche Gebäude auf dem weitläufigen Gelände zeugen vom Wandel der Kaserne im Laufe der Jahrzehnte – von preußischer Militärarchitektur über die Nutzung durch verschiedene Streitkräfte bis hin zur heutigen Bundeswehr.
Einige der noch erhaltenen Gebäude stammen aus ganz unterschiedlichen Epochen und verdeutlichen eindrucksvoll, wie sehr sich Funktion, Bedeutung und Struktur der Kaserne über die Jahrzehnte verändert haben.
Eine besondere Enklave
Ein besonders eindrucksvoller Abschnitt der Führung war der Besuch eines kleinen zivilen Friedhofs, der sich wie eine stille Enklave im weitläufigen militärischen Gelände der Kaserne befindet.
Hier liegen die Erinnerungen dicht beieinander: an zwei Matrosen, die infolge des Matrosenaufstands vom Sommer 1917 in der Wahner Heide hingerichtet wurden, und an die Grabstätte eines Scheichs, der als Angehöriger französischen Armee hier seine letzte Ruhe fand.
Technik zum anfassen
Auf dem Kasernengelände sind zudem einige Waffensysteme der Bundeswehr ausgestellt. Olaf Kortenhoff erläuterte die Entwicklung und Bedeutung verschiedener Hubschrauber, Lenksysteme und Kampfflugzeuge und gab dabei Einblicke in deren Einsatzgeschichte und Technik. Zu den erklärten Exponaten gehören unter anderem die Phantom F-4F, der F-104 Starfighter, die Bell UH-1D, der Tornado, das Patriot-System und weitere.
Viele Eindrucke
Nach vier Stunden voller Informationen und Eindrücke verließen die Teilnehmer sichtlich beeindruckt die Kaserne.
„Für uns sind diese Führungen ein wichtiger Teil der Öffentlichkeitsarbeit“, erklärte Olaf Kortenhoff.
„Unser Problem ist allerdings, dass wir in den vier Stunden gar nicht alle Informationen unterbringen können. Deshalb freuen wir uns, Menschen wiederzusehen – sei es hier in der Kaserne oder bei einer der anderen Führungen zur Militärgeschichte unserer Region.“



